CSD – what?

Was ist ein CSD?

Christopher Street Day (CSD) ist ein Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT).
Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Bezeichnung Christopher Street Day ist nur in Deutschland und der Schweiz üblich. In Österreich heißt der Umzug Regenbogenparade, in englischsprachigen und romanischen Ländern wird meist von Gay Pride oder Pride Parades gesprochen. In Australien sind die Paraden mit der Karnevalstradition vermischt worden und heißen deswegen dort Mardi Gras.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Stonewall_riots.jpg

Geschichte des CSD

Der CSD erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum. Es kam in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Seitdem wird in New York am letzten Samstag des Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben abzuhalten. In Berlin, Köln und anderen deutschen Großstädten werden diese Demonstrationen jedes Jahr als Christopher Street Day oder kurz „CSD“ veranstaltet.
In Deutschland fanden im Jahre 1979 in Bremen und Berlin die ersten CSD unter dieser Bezeichnung statt. Größere Lesben- und Schwulendemonstrationen gab es schon seit dem Jahre 1972 (die erste in der Bundesrepublik Deutschland am 29. April 1972 in Münster). Der erste CSD in der Schweiz fand am 24. Juni 1978 in Zürich unter dem Namen Christopher-Street-Liberation-Memorial Day statt.

CSD

Die CSD in Deutschland finden nicht genau am historischen Datum, dem 28. Juni statt, sondern an den Wochenenden von Juni bis August. Die CSD-Demonstrationen werden geplant und durchgeführt von unterschiedlich strukturierten Organisationen oder Einzelpersonen vor Ort, häufig ehrenamtlich und in Vereinen organisiert. Als politische Demonstration, oft mit einem politik-bezogenen Motto, zeigen sich die CSD meist in Form von Demonstrationsparaden und einer anschließenden Kundgebung. Oftmals wird die Kundgebung von Künstler*innen mit Auftritten auf der Bühne unterstützt. Zusätzlich zur politischen Botschaft der CSD wird dort gefeiert. Dieses Feiern des eigenen Lebensstils begründet sich aus dem Ursprung des CSD: Die Beteiligten zeigen demonstrativ, dass sie selbstbewusst ihre sexuelle Identität leben.
Neben der CSD-Parade und den Abschlusskundgebungen gibt es in vielen Städten ein- bis mehrtägige Straßenfeste und Kulturwochen mit diversen Künstler*innen, politischen Veranstaltungen, Vorträgen, Lesungen und Partys.
Im Juni 2010 distanzierte sich die US-amerikanische Philosophin Judith Butler von den Organisator*innen der Christopher Street Day Parade in Berlin, indem sie öffentlich die Annahme des Zivilcouragepreises verweigerte. In ihrer Rede beklagte Judith Butler die Kommerzialisierung der Christopher Street Day Parade, aber auch die Ignoranz gegenüber Rassismus und doppelter Diskriminierung von homosexuellen und transsexuellen Migrant*innen.

T*CSD

Das T* steht für Transgenial. Zum Berliner CSD gibt es auch aus den zuletzt beschriebenen Gründen der Kommerzialisierung, der politischen Weichwaschung und des abnehmenden bzw. fehlenden Problembewusstseins gegenüber der Verschränkung verschiedener Diskriminierungsformen innerhalb des CSD seit dem Jahre 1997 einen alternativen T*CSD. Der Transgeniale*CSD entstand somit aus der Kritik am CSD Berlin, und dessen zunehmender Kommerzialisierung und Entpolitisierung. Der Transgeniale*CSD wird schon immer von einer offenen Organisationsgruppe bzw. -struktur gestaltet, Parteifunktionär*innen dürfen nicht reden und es gibt keine Paradewagen von Parteien oder Firmen. Arbeitskreise der T*CSD-Orga befassen sich mit den lesbisch/transsexuell/transidenten/schwulen oder queeren Perspektiven auf Themen wie Armut und Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Stadtumstrukturierung (Gentrifizierung) oder der „Festung Europa“.
Der Transgeniale*CSD wird basisdemokratisch in offenen Plenen organisiert. Parteien, Nationalsymbole und eine Instrumentalisierung der Thematik durch kommerzielle Unternehmen sind unerwünscht.
Der T*CSD setzt sich ein:
Für die Ab­schaf­fung der Zwei­ge­schlech­ter­ord­nung und gegen He­te­ro­nor­ma­ti­vi­tät!
Für die so­for­ti­ge und er­satz­lo­se Strei­chung der Ka­te­go­rie „Ge­schlechts­iden­ti­täts­stö­run­gen“ aus den gän­gi­gen
 Krank­heits­ka­ta­lo­gen (DSM und ICD)!!!
Gegen jede Trans*pa­tho­lo­gi­sie­rung!
Für ein Blei­be­recht für alle! Für die Ab­schaf­fung der Re­si­denz­pflicht und der er­zwun­ge­nen Heim­un­ter­brin­gung!
Für die An­er­ken­nung von Ho­mo­se­xua­li­tät und Trans­se­xua­li­tät 
als Asyl­grund!!!
Für die Solidarität mit allen Aktivist*innen die weltweit gegen Se­xis­mus, Ras­sis­mus, Pa­tri­ar­chat, Ka­pi­ta­lis­mus, Klas­sis­mus, Trans-​ und Homo­pho­bie kämpfen.